Esca
Esca
(Phaeomoniella chlamydospora, Phaeoacremonium minimum und Fomitiporia mediterranea)
Esca wird durch holzzerstörende Pilze verursacht. Diese dringen vorrangig über Schnittwunden am Kopf der Rebe, jedoch auch über Verletzungen am Stamm ins Holz ein. Dort breiten sich die Erreger über Jahre hinweg unentdeckt aus und verursachen Braunfärbungen sowie Weißfäule. Äußerlich sichtbare Symptome treten erst nach mehreren Jahren an Blättern in Form der auffälligen Tigerstreifenmuster auf. Zum Schutz der Reben vor Esca sollten viele und vor allem größere Verletzungen beim Rebschnitt vermieden werden. Zugefügte Wunden sollten möglichst unmittelbar nach dem Rebschnitt mit einem Pflanzenschutzmittel, z. B. Tessior oder Vintec behandelt werden. Diese Maßnahme ist ausschließlich bei frischen Wunden und jüngeren Anlagen sinnvoll, da ältere Reben sehr wahrscheinlich bereits von Esca befallen sind. Zusätzlich sollte beim Rebschnitt darauf geachtet werden die bestehenden Leitbahnen aufrecht zu erhalten (Stichwort „sanfter Rebschnitt“). Um eine Verbreitung der Krankheit durch Sporenlager an befallenen und bereits abgestorbenen Stöcken zu minimieren, sollten diese aus den Anlagen entfernt werden. Da Pilzsporen über die Luft verbreitet auch größere Distanzen zurücklegen können, ist es ebenfalls ratsam kein Totholz neben den Rebanlagen zu lagern. Zur Verhinderung von Ertragsausfällen und zur Erhöhung der Lebenserwartung sollte der Stamm älterer Reben beim Auftreten von Esca saniert werden. Hierzu bieten sich die Methoden Stammrücknahme und Rebchirurgie an. Bei der Methode der Stammrücknahme wird der befallene Teil des Stamms entfernt und durch einen nachgezogenen Trieb ersetzt. Das Verfahren setzt entsprechende Stockaustriebe voraus und ist daher für Hochstammreben ungeeignet. Bei der Rebchirurgie wird mit einer Kettensäge der Rebstamm geöffnet und das befallene Holz vollständig von Weißfäule befreit. Reicht die Weißfäule bis zur Veredlungsstelle hinunter, ist kein langfristiger Erfolg der Behandlung zu erwarten. Bei schlagartig eingetrockneten Reben oder Reben mit vielen abgestorbenen Trieben sind die Erfolgsaussichten ebenfalls gering. Die Rebchirurgie setzt eine gewisse Dicke sowie Stabilität des Stamms voraus. Sie sollte vor dem Rebschnitt erfolgen, da der Rebstock durch die Triebe im Drahtrahmen stabilisiert wird. Die Methode erfordert einen erhöhten Arbeitsschutz und Kenntnisse im Umgang mit der Kettensäge sowie ein gewisses Maß an Übung. Eine Behandlung der Wunde wird nicht empfohlen, weil die Erreger durch die Rebchirurgie niemals restlos entfernt werden können.