Rebvirosen

Zuletzt geändert von Stefan Schumacher am 2026/02/03 15:03

Rebvirosen (Reisig-Virus, Arabismosaik-Virus, Blattroll-Virus, Grauburgunder-Virus, usw.) werden durch verschiedene Pflanzenviren verursacht und äußern sich in Entwicklungsstörungen, die je nach Sorte, Standort und Witterungsverhältnissen unterschiedlich stark ausfallen können. Zu den typischen Symptomen gehören beispielsweise Wuchsdepressionen der Triebe, Farb- und Formveränderung der Blätter, Verrieselung der Trauben sowie vorzeitige Absterbeerscheinungen der gesamten Rebe. Übertragen werden Viren durch Vektoren, bei denen es sich in Abhängigkeit vom Virustyp entweder um Nematoden, Insekten oder Milben handelt. Bei der vegetativen Vermehrung infizierter Pflanzen sowie bei der Pfropfung infizierter Veredlungspartner findet ebenfalls eine Übertragung der Krankheit statt. Beim Rebschnitt werden allerdings keine Viruskrankheiten übertragen. Eine direkte Bekämpfung der Viren ist bislang nicht möglich. Nur über indirekte Maßnahmen, wie z. B. Gesundheitsselektion, lässt sich eine Ausbreitung verhindern. Daher empfiehlt es sich, nur zertifiziertes, virusgetestetes Pflanzgut bei Neupflanzungen zu verwenden. Bereits betroffene Rebstöcke sollten markiert und die Entwicklung beobachtet werden. Treten die Symptome über mehrere Jahre hinweg auf, können die entsprechenden Rebstöcke gerodet und durch neue Reben ersetzt werden.