Traubenwickler

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Einbindiger Traubenwickler (Eupoecilia ambiguella)

Bekreuzter Traubenwickler (Lobesia botrana)

Für eine gezielte Bekämpfung beider Traubenwicklerarten ist die Kontrolle des Mottenfluges mit geeigneten Pheromonfallen unumgänglich. Aus der Flugaktivität kann eine Prognose für das Auftreten der kleinen Räupchen (Heuwurm, Sauerwurm) aufgestellt und entsprechende Termine für die Behandlung festgelegt werden. Der Großteil der Räupchen schlüpft im Frühjahr ungefähr zehn bis 14 Tage, im Sommer etwa sieben bis zehn Tage nach dem Mottenflug-Höhepunkt.

Ein genaueres Bild des Befalls erhält man durch die Kontrolle im Bestand. Begrenzter Heuwurmbefall ist nicht problematisch. Im Sommer sollte man auf die Einbohrstellen der Sauerwürmer an den Beeren achten, da sie Eintrittspforten für Botrytis und andere sekundäre Erreger sind und somit die Sauerfäule fördern. Die Schadschwellenwerte liegen je nach Rebsorte und der Jahreswitterung bei der Heuwurm-Generation bei 30 Prozent (Würmer pro 100 Gescheine), bei der Sauerwurm-Generation bei fünf bis zehn Prozent (Würmer pro 100 Trauben).

In Baden-Württemberg wird seit Jahren großflächig das biotechnische Verwirrverfahren mit Pheromon-Verdampfern durchgeführt, die vor Beginn des Mottenfluges möglichst großflächig ausgebracht werden und eine direkte chemische Bekämpfung des Traubenwicklers überflüssig machen. Einen Hinweis zum Flugbeginn der Traubenwickler liefert das Prognosemodell „VitiMeteo Traubenwickler“. Bei der Anwendung ist die angegebene Aufwandmenge unbedingt einzuhalten. Befallsbonituren und der Einsatz von Pheromonfallen sind auch hier zur Erfolgskontrolle erforderlich.